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LarpWiki: Meinung/Spielphilosophie/ZweiRegeln/DreiRegeln

Vor einiger Zeit habe ich mal zwei Regeln als Minimal-Regelwerk für punkteloses Spiel definiert. Da diese Regeln gerne mal mißverstanden wurden, habe ich später auch eine Erläuterung versucht.

Nun hört man in der Debatte über punktelose Regelwerke oft die These "ab einer bestimmten Größe funktioniert's aber nun mal nicht ohne Regeln!"

Mal abgesehen von dem Mißverständnis, daß von "ohne Regeln" ja gar nicht die Rede ist, wäre ich als Statistiker vor Allem mal daran interssiert, auf welchen Beobachtungen die These, ein Großcon funktioniere keinesfalls ohne Punkteregelwerk, fußt. Eine denkbare Gegenthese: das veröffentlichte Regelwerk hat auf Massencons ohnehin deutlich weniger Einfluß auf das Spiel, als man glaubt, weil die Leute ohnehin überwiegend machen, was sie von Hause aus gewohnt sind.

Ich persönlich glaube auch, daß die Diskussion "Fall um, Du bist tot" "Nein, bin ich nicht" "Doch" "Nein" "Doch" "Nein" "Arschloch" "Immer zweimal mehr wie Du" auch auf Massencons nicht auffällig häufiger wäre als die Diskussion "Fall um, laut Regel 3.14.23.122 bist Du tot" "Nein, bin ich laut Regel 5.2.4.23 nicht" "Doch" "Nein" "Doch" "Nein" "Arschloch" "Immer zweimal mehr wie Du."

Was natürlich richtig ist, ist daß punktelos nicht für alles gut ist. Und daß punktelos oft nicht klappt, weil die Leute nicht raffen, daß sie umdenken müssen. Beides sind IMHO aber keine Gründe dafür, daß Großcons "nicht ohne Regeln gehen".

Da nun aber mal entsprechende Unsicherheiten existieren, postuliere ich mal eine Version dieser Regeln, die etwas mehr Kontrolle erlaubt:

  1. Wenn Du angespielt wirst, zeige irgendeine plausible Reaktion. Spiel irgendwas, egal was, aber spiel.
  2. Wenn Du jemanden anspielst, erwarte keine bestimmte Reaktion. Akzeptiere, was Dein Gegenüber draus macht.
  3. In Zweifelsfällen vermittelt die Spielleitung.

-- RalfHüls 2011-06-27 12:15:10 mit Dank an GregorLindner